Es gibt Momente, in denen der Geist still wird. Der Atem dich trägt. Dein Körper ist angekommen. Und für einen Augenblick ist da etwas, das sich anfühlt wie: Heimkehr.
In den Texten des Vedanta wird dieser Zustand mit Sat Chit Ananda – Sein, Bewusstsein, Glückseligkeit benannnt. Nicht als fernes Ziel, sondern als das, was du bereits bist. Unter all dem Tun, Planen, Funktionieren. Unter Müdigkeit und Zweifeln. Immer schon da.
Sat Chit Ananda ist im Sanskrit das zusammengesetzte Wort für die drei Wesensaspekte des Selbst, wie sie im Advaita Vedanta beschrieben werden. Es sind keine Eigenschaften, die dem Selbst von außen zukommen. Sie sind das Selbst.
Sat – das reine Sein. Die Stille, die bleibt, wenn du nichts mehr sein musst.
Chit – das Gewahrsein. Das Licht, das alles erkennt, ohne zu urteilen.
Ananda – die Glückseligkeit. Nicht das laute Glück, sondern der kreative, freudvolle Ausdruck, der entsteht, wenn du weißt, wer du wirklich bist.
Auf dem Yogaweg üben wir nicht, eine andere Version von uns zu werden. Wir üben uns darin, die Schichten abzulegen, die uns vergessen ließen, wer wir wirklich sind.
Das Wissen um die eigene wahre Natur trennt uns nicht. Es verbindet. Mit den Menschen, die uns begegnen. Mit der Natur, dem Leben, das uns umgibt. Wenn Ananda sich entfaltet, geschieht das nicht nur in uns, sondern durch uns als Ausdruck in die Welt hinein. Alles eins. Alles verbunden.
Namasté Melanie
Foto@ Andreas Brüggemann

